Sonderausstellungen im Isergebirgs-Museum

Ein Gablonzer in New York
Hubert Hubner, Künstler und Designer

30. Juli bis 14. November 2010

„Hubert Hubner, famous designer leaves“ titelte der Miami Beach Star 1939 in großen Lettern. Der Mann, dessen Abreise aus Miami Schlagzeilen machte, betrieb in New York ein erfolgreiches Designstudio. Geboren wurde er als Hubert Hübner in Schumburg bei Gablonz an der Neiße. Seinem Lebensweg vom böhmischen Dorf in die Weltstadt New York und seiner Arbeit als Künstler und Designer widmet das Isergebirgs-Museum Neugablonz seine neue Sonderausstellung.

Am East River, New York Stoffmusterentwurf

Sie zeigt unter anderem eine Auswahl seiner impressionistischen Landschaftsgemälde und Stadtansichten aus New York und dem Allgäu sowie eindrucksvolle Musterentwürfe für Dekostoffe, Tapeten und Teppiche. Deren Bandbreite reicht von zart-verspieltem Dekor bis zu kraftvoll-farbenfrohen Motiven.

Karfunkelschein. Prade – Gablonzer Modeschmuck

23. Februar bis 27. Juni 2010                        

Karfunkelschein – der Ausstellungstitel weckt märchenhafte Assoziationen und lässt an geheimnisvolle, funkelnde Schätze denken. Er umschreibt zugleich die glitzernde Welt des Modeschmucks, in der die Firma Prade zu Hause war. Ihre wechselhafte Geschichte und die unendliche Vielfalt ihrer Kreationen sind das Thema der neuen Sonderausstellung im Isergebirgs-Museum Neugablonz.

 

Daheim im Schneegebirge
Böhmen – ein Wintermärchen

Sonderausstellung vom 29. November 2009 bis 7. Februar 2010      

Böhmen im Winter – das sind schneebedeckte  Berglandschaften mit dick verschneiten Häusern und Bäumen, die zuweilen wie wundersame Fabelwesen aussehen. Dem Leben in diesem märchenhaften Schneegebirge widmet das Isergebirgs-Museum Neugablonz seine neue Sonderausstellung. Es geht um die Heimarbeit in langen Winternächten, um den Wintersport und natürlich um Weihnachten und den Jahreswechsel mit all ihrem Brauchtum. Dabei erfährt der Besucher auch, warum zwischen Heiligabend und Neujahr auf keinen Fall Wäsche auf der Leine hängen darf ...

Schicksalsjahre 1848–1948
Bausteine der neuen Museumsabteilung

1. August bis 8. November 2009

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Vorbereitungsarbeiten zur neuen Museumsabteilung „Sudetenfrage, Krieg und Vertreibung“, die 2010 eröffnet werden soll. Sie stellt Objekte, Dokumente und Textentwürfe vor, die die bewegten und schicksalhaften Jahre von der Revolution 1848 bis zur Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg nachzeichnen.

 

Infanterieregiment 94 vor dem Einrücken, Turnau 1914 Butterdose aus dem Ersten Weltkrieg

Hanne Wondrak, Bildhauerin
Zum 100. Geburtstag

3. Mai bis 12. Juli 2009                                      

Wenn man durch Kaufbeuren-Neugablonz spaziert, begegnet man ihr immer wieder: bei der Bronzeplastik einer Vertriebenenfamilie an der Sudetenstraße, beim drolligen Enten-Brunnen vor der Adalbert-Stifter-Schule oder bei der Glaspfeifen-Installation im Gablonzer Haus. Die Bildhauerin Hanne Wondrak hat das Gesicht von Neugablonz mit geprägt.

Zu ihrem 100. Geburtstag widmet das Isergebirgs-Museum Neugablonz der Künstlerin eine Sonderausstellung. Sie zeigt rund 50 Arbeiten aus der Zeit von 1941 bis 1991, von denen einige zum ersten Mal zu sehen sind.

 

Mädchen mit dem Reifen
Bronze, 1974

Rast auf der Flucht
Bronze, 1968

Schwarz wie Glas. Schwarzglasbijouterie aus dem Isergebirge

7. Dezember 2008 bis 13. April 2009                

Queen Victoria machte ihn populär – Schmuck aus schwarzem Glas. Nach dem frühen Tod ihres Mannes Prinz Albert 1861 trug sie zeitlebens nur noch Witwenkleidung und ordnete strenge Hof- und Staatstrauer an. Damit stieg der Bedarf an schwarzem Trauerschmuck. Er fand nicht nur am Hof Verbreitung, sondern auch in weniger wohlhabenden Bevölkerungsschichten und wurde so zur Mode. Ursprünglich bestand er aus Gagat, einem Halbedelstein. Echter Gagat war jedoch teuer und zerbrechlich und wurde bald durch billigere Materialien wie Glas ersetzt. Dieser Modetrend des 19. Jahrhunderts sorgte auch bei den Schmuckherstellern des Isergebirges für gute Konjunktur.  

Das Isergebirgs-Museum Neugablonz präsentiert in seiner neuen Sonderausstellung Schwarzglasbijouterie vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Sie ist ein Projekt des Museums für Glas und Bijouterie in Gablonz an der Neiße (Muzeum skla a bižuterie v Jablonci nad Nisou) in Zusammenarbeit mit der Firma V. Svatoň, einem führenden Hersteller von Schwarzglasschmuck.

 

Kleider-Aufnäher 1895–1905 Collier 1997

Gute alte Zeit ...?
Historische Fotografien aus Nordböhmen

1. August bis 2. November 2008 
– verlängert bis 16. November  
                     

Elegante Damen und adrett gekleidete Kinder beim Sonntagsspaziergang: ein Bild der scheinbar guten alten Zeit, festgehalten auf einer Fotografie um 1905. Die Aufnahme ist in der neuen Sonderausstellung des Isergebirgs-Museums Neugablonz zu sehen, zusammen mit rund 70 weiteren Werken aus der Frühzeit der böhmischen Fotografie. Sie entstand in Kooperation mit dem Sudetendeutschen Archiv München.

Es waren die betuchten Gäste der böhmischen Kurbäder, die erstmals reisende Fotografen nach Nordböhmen zogen und damit Kurorte wie Teplitz oder Karlsbad zu Zentren der frühen Fotografie machten. Auch die Industriestadt Reichenberg im Isergebirge spielte eine zentrale Rolle. Dort eröffnete 1848 das erste professionelle Fotoatelier außerhalb der Hauptstadt Prag.

 

Sonntagsspaziergang in Starkenbach, um 1905

 

Turner in Tannwald, um 1900

 

Helmuth Krusche (1927–97)
Vom Isergebirge ins Allgäu

19. April bis 20. Juli 2008

 

Isergebirgshaus  (1979)

Waldrand (1990)

 

„Nein, ein Redner war er nicht ...“ sagte der Maler Erwin Birnmeyer über seinen Kollegen Helmuth Krusche, „für ihn war die Kunst, das Gestalten mit Farben und Formen, seine eigentliche Sprache.“ Fast 30 Jahre lang unterrichtete der gebürtige Gablonzer Krusche angehende Glas- und Porzellanmaler an der Staatlichen Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren-Neugablonz.

Im Herzen war er jedoch mehr Künstler als Lehrer. Bleistift, Zeichenfeder, Kugelschreiber und Radiernadel beherrschte er virtuos. Die Akribie, die diese grafischen Techniken verlangen, kam seiner erzählerisch-illustrativen Darstellungsweise entgegen. Er bevorzugte einfache, schlichte Naturmotive. Seine Zeichnungen, Ölgemälde und Aquarelle strahlen Stille und Beschaulichkeit aus. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit Helmuth Krusches Frau Elisabeth und seinem Sohn, dem Maler Peter Krusche entstanden ist, zeigt rund 30 Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen.

 

Glitzerwelt aus Glas. Gablonzer Modeschmuck aus der Sammlung Sibylle Jargstorf

13. Dezember 2007 bis 30. März 2008


Seit fast 200 Jahren üben die glitzernden, farbenfrohen Produkte der Gablonzer Modeschmuckindustrie eine unwiderstehliche Faszination aus. Sibylle Jargstorf, passionierte Sammlerin und Modeschmuck-Expertin, besitzt eine der umfangreichsten und vielseitigsten Privatsammlungen von Gablonzer Schmuck. Das Isergebirgs-Museum zeigt eine Auswahl ihrer schönsten und wertvollsten Stücke vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein. Die Bandbreite reicht von seltenen Gemmenbroschen und dem urangefärbten „Annaglas“ des Franz Anton Riedel über schimmerndes Seidenglas und „Sabrinaglas-Perlen“ – benannt nach Audrey Hepburn in ihrer berühmte Filmrolle – bis zu Designerschmuck unter schillernden Labels wie Dior, Chanel oder Yves Saint Laurent.  

Kleine Ausstellungsbesucher dürfen sich vor einem großen Spiegel ausgiebig schmücken. Sie sind außerdem aufgefordert, sich selbst als Schmuckdesigner zu versuchen und ihre Entwürfe zu präsentieren.

Im Rahmen der Ausstellung finden Vorträge mit der Sammlerin Sibylle Jargstorf statt:

Mittwoch, 27.2.2008: Echt oder unecht? 
Sibylle Jargstorf untersucht Fälschungen und Täuschungsmanöver beim sogenannten Echtschmuck und stellt ihm die „ehrliche“ Bijouterie mit Glassteinen gegenüber.

Mittwoch, 26.3.2008: Berühmte Handelsperlen aus Gablonz
Am Beispiel der „Russian Beads“, der blauen Sprengperlen, zeigt Sibylle Jargstorf, wie die Gablonzer Industrie auf weltweite Kundenwünsche einging.

Die Vorträge finden jeweils um 19 Uhr im Gablonzer Haus statt.
Unkostenbeitrag: 3 Euro

 

Zwischen Iser und Wittig. Zwei Maler sehen das Isergebirge
Walek Neumann – Johannes Lehmann

12. Juli bis 28. Oktober 2007  

Zwei Maler sehen das Isergebirge, und das aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln: Für Walek Neumann ist das Isergebirge Heimat, er kam 1940 in Raspenau bei Friedland zur Welt. Für Johannes Lehmann war es Neuland, er lernte das Isergebirge erst durch seinen Malerfreund Walek Neumann kennen und schätzen. Während Neumann als Künstler ausgebildet ist und seit über 40 Jahren als freiberuflicher Maler und Grafiker arbeitet, ist Lehmann Autodidakt und machte erst 2004 den Schritt vom Industriekaufmann zum Künstler. Neumann löst sich in seiner Naturdarstellung weitgehend vom Gegenständlichen, Lehmann möchte nicht darauf verzichten. Beiden gemeinsam ist die Liebe zur Natur und zur Landschaft des Isergebirges. Die Ausstellung im Isergebirgs-Museum stellt in fast 40 Werken die unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Künstler in einen reizvollen Kontrast.

 


Johannes Lehmann
Granitblöcke in der Iser

Walek Neumann
Baumstümpfe an der Kleinen Iser

 

Lichtergetupf und Schattengewirr
Gustav Leutelt, der Dichter des Isergebirges

30. März bis 1. Juli 2007

"Lichtergetupf und Schattengewirr ist allenthalben
und die Falterchen breiten der Sonne ihre Flügel entgegen,
um den Nachttau zu trocknen ..."

So poetisch beschreibt Gustav Leutelt einen sonnigen Tag im Wald. "Der Dichter des Isergebirges", so wird Leutelt genannt. Tatsächlich war das heimatliche Isergebirge seine wichtigste Inspirationsquelle. Gustav Leutelt, 1860 in Josefsthal geboren, war Lehrer, Schriftsteller und Heimatforscher. Seine Romane und Erzählungen berichten über das Leben im Isergebirge, wie "Hüttenheimat" (1919) oder "Bilder aus dem Leben der Glasarbeiter" (1929). Sie thematisieren sagenhafte Gestalten wie den "Brechschmied" (1934) und den Wunderheiler "Doktor Kittel" (1939). Das Eingangszitat stammt aus dem "Buch vom Walde" (1928), einer Sammlung meisterhafter Naturschilderungen. Leutelt führte ein zurückgezogenes, naturverbundenes Leben. In hohem Alter trafen ihn schwere Schicksalsschläge. Sein einziger Sohn starb im Zweiten Weltkrieg. Die Vertreibung aus seinem geliebten Isergebirge überlebte Leutelt nicht lange. Er starb 1947 in Seebergen bei Gotha. Zu seinem 60. Todestag erinnert das Isergebirgs-Museum mit einer Sonderausstellung an den Dichter des Isergebirges.

 

Großes Theater auf kleiner Bühne
Marionetten aus Böhmen

18. November 2006 bis 4. März 2007

Rahmenprogramm:
Puppenspiel in der Ausstellung am 16.12.2006 sowie am 20.1. und 17.2. 2007, jeweils 16 Uhr. Im Rahmen des Museumsfestes am 29.12.2006 um 18 Uhr "Zirkus Marionetti" – Spiel mit Trickmarionetten (Erwachsene 5 Euro, Kinder 2 Euro).

Es spielt das Puppentheater Kaufbeuren.

Sie sind stumm, aus Holz, Pappe, Textil und Gips und doch voller Leben: Marionetten.

Der Zauber des Marionettenspiels fesselt mit grotesker Komik und herzhaftem Humor bis heute Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Das böhmische Marionettenspiel mit seiner langen und lebendigen Tradition ist das Thema unserer Sonderausstellung. Sie präsentiert über 200 historische Marionetten sowie Originalbühnen und Requisiten aus der Zeit zwischen 1850 und 1950.

Die Tradition der wandernden Puppenspieler reicht in Böhmen bis in das ausgehende Mittelalter zurück. Die fahrenden Künstler spielten zunächst für Erwachsene und wandten sich erst ab dem späten 19. Jahrhundert zunehmend an junge Zuschauer.

Das Figurenrepertoire umfasste die klassischen Charaktere wie Königin, König und Hofnarr, Großvater und Großmutter, aber auch mystische Figuren wie Tod, Teufel und Zauberer. Zu den Serienhelden des böhmischen Puppentheaters gehören der Kasperl (tschechisch Kašpárek) mit seinem losen Mundwerk sowie Vater Spejbl und Sohn Hurvinek, Erfindungen des Puppenspielers Josef Skupa.

Marionettentheater war ein fester Bestandteil von Jahrmärkten und Volksfesten. Große Bühnen baute man meist in Gasthöfen oder im Freien auf, die mittlere Bühnengröße diente als Tischbühne für pädagogische Stücke, die man überwiegend in Schulen zeigte. Die kleinen Privattheater hatten mit ihren zierlichen Figuren Platz bei begüterten Familien.

Die in der Ausstellung gezeigten Objekte stammen aus der umfangreichen Sammlung von Anita und Hartmut Naefe.

 

Franz Wurtinger – Aquarell und Zeichnung
Erinnerungsausstellung zum 90. Geburtstag

27. Juli bis 29. Oktober 2006


Begleitprogramm: Malen wie Franz Wurtinger
Aquarellkurse für Kinder mit Elsie Hoppstock
am 3.8., 10.8. und 22.8. (mit telefonischer Anmeldung)

Franz Wurtinger – Lehrer, Kunstpädagoge und Künstler – wäre in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. In Erinnerung an ihn zeigt das Isergebirgs-Museum erstmals Aquarelle und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen. Darunter sind noch nie öffentlich gezeigte Arbeiten wie die bestechenden Skizzenbücher des erst Zehnjährigen und beeindruckende Portraits seiner Prager Akademiezeit. Den Schwerpunkt bilden die Landschaftsaquarelle der 1980er und 90er Jahre, mit denen Wurtinger einen Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens erreichte.

Der gebürtige Egerländer lebte seit 1955 im Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz. Hier kennen ihn die meisten vor allem als Lehrer: als Pädagogen an der Gustav-Leutelt-Schule, von 1969-79 auch als deren Rektor, sowie als Dozent in der Erwachsenenbildung. Hier eröffnete Wurtinger Kunstinteressierten den Zugang zu eigenen künstlerischen Aktivitäten. Dieser Aufgabe widmete er sich mit großer Leidenschaft. Eine treue Schülerschar "zwang" ihn, diese Tätigkeit bis ins hohe Alter hinein fortzusetzen. Franz Wurtinger war bis zu seinem Tod im Jahr 2004 künstlerisch aktiv.

 

Es hat Mich sehr gefreut!
100 Jahre Kaiserbesuch im Isergebirge

16. Juni bis 16. Juli 2006

"Es war sehr schön. Es hat Mich sehr gefreut!" mit diesen Worten brachte Kaiser Franz Josef I von Österreich-Ungarn bei öffentlichen Auftritten meist sein Wohlgefallen und seinen Dank zum Ausdruck. 1906 konnte man diese Worte auch im Isergebirge vernehmen - live, wie man heute sagen würde, denn der Kaiser besuchte Reichenberg und Gablonz vom 21. bis 24. Juni. Den konkrete Anlass bildete die Deutschböhmische Ausstellung in Reichenberg, eine große Leistungsschau von Industrie, Handwerk und Kultur.

Das Isergebirgs-Museum erinnert mit einer Sonderausstellung an den hohen Besuch, der die Gablonzer und Reichenberger in Euphorie und Begeisterung versetzte, wie heutzutage ein Popstar. Im Rückblick war der Kaiserbesuch für das Isergebirge das letzte glanzvolle Großereignis der Kaiserzeit. Franz Josef I starb 1916, zehn Jahre nach seinem Besuch im Isergebirge und zwei Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. 1918 zerbrach die Österreichisch-Ungarische Monarchie.

 

Odsun. Die Vertreibung der Sudetendeutschen

11. März bis 27. Mai 2006

"Odsun" bedeutet im Tschechischen die Abschiebung von mittellosen oder straffällig gewordenen Personen in ihre Heimatgemeinden. Mit demselben Begriff bezeichnen die Tschechen aber auch die Vertreibung von rund 4 Millionen Sudetendeutschen ab 1945. Damit wird versucht, diesem völkerrechtswidrigen Vorgang einen legalen Anschein zu geben. Die Vertreibung und die Gründung von Neugablonz liegen nun 60 Jahre zurück. Das Isergebirgs-Museum zeigt aus diesem Anlass die vom Sudetendeutschen Archiv konzipierte Ausstellung "ODSUN". Sie dokumentiert die Vertreibung der Deutschen aus Böhmen, Mähren und Schlesien, aber auch die gemeinsame Geschichte von Deutschen und Tschechen, die über lange Phasen friedlich und fruchtbar war.

 

Schneekugeln. Heile Welt im Schneegestöber
12. November 2005 bis 19. Februar 2006

Flamingos vor Palmen im Schneesturm - keine Klimakatastrophe, sondern ein Szenario aus der Schneekugel. Das Isergebirgs-Museum widmet seine neue Sonderausstellung den kleinen bunten Schüttelkugeln, in denen es auf alles nur Erdenkliche schneit: auf Raumschiff Enterprise und Neuschwanstein, die Titanic und Harry Potter, den kleinen Prinzen und den neuen Airbus. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit der Neugablonzer Firma Walter und Prediger, dem größten deutschen Schneekugelhersteller. Besonders ausgefallene Objekte stellte der Nürnberger Josef Kardinal zur Verfügung, der es mit seiner Sammlung von über 7.000 Schneekugeln ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat.

Den Ausstellungsbesucher erwarten außerdem viel Wissenswertes zur Historie, eine begehbare Schneekugel, eine lebende Schneekugel-Werkstatt sowie Schneekugel-Basteln und ein Theaterstück für Kinder. Exklusiv für die Ausstellung wurde eine Schneekugel in limitierter Auflage entworfen. Das Besondere daran: Sie zeigt ein Motiv, das es noch nie in einer Schneekugel gab ...

Begleitprogramm:

Schneekugel-Basteln für Kinder am 1. und 3. Adventssonntag von 14-17 Uhr

Frau Holle - ein Theaterstück für Kinder am 11.12.05 um 11 Uhr

Vorführung der Produktion jeden 2. Samstag im Monat von 14-17 Uhr

 

Böhmische Impressionen
Fachschüler aus Gablonz/Jablonec und Neugablonz auf gemeinsamer Malreise

12. Juli bis 9. Oktober 2005

Im südböhmischen Brloh, einer ländlichen Idylle fern des Tourismus, werden Zeichen für die Zukunft gesetzt. Junge Tschechen und Deutsche treffen sich hier zum Malen und überbrücken dabei tiefe historische Gräben. Sie sind Schüler zweier Berufsfachschulen mit gemeinsamem Ursprung. Die Kunstgewerbliche Staatsfachschule entstand 1880 in Gablonz an der Neiße/Jablonec nad Nisou. Nach der Vertreibung der Deutschen 1945 kam sie unter tschechische Leitung. In Kaufbeuren-Neugablonz gründeten die neu angesiedelten Gablonzer 1947 die heutige Staatliche Berufsfachschule für Glas und Schmuck.

Die beiden Schulen nahmen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs Kontakt miteinander auf. Daraus entwickelte sich eine enge freundschaftliche Beziehung. Die Malreise nach Brloh ist nur eines von vielen grenzüberschreitenden Gemeinschaftsprojekten. Die Schüler malen hier unter freiem Himmel. Die Maltechnik ist vorgegeben, ansonsten können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Auf diese Weise entstehen sehr unterschiedliche Arbeiten mit reizvollen Kontrasten. Die Ausstellung zeigt Bilder aus den vergangenen Jahren neben aktuellen Arbeiten von der diesjährigen Malreise.

 

Perlenkleid und Glitzerkult
Das Waldkraiburger Perlenatelier Evamaria Dressler und die 70er Jahre

19. März bis 26. Juni 2005

"Aus Paris natürlich!" antwortete die Schlagersängerin Mireille Mathieu in einer Fernsehshow auf die Frage, woher denn ihr extravagantes Perlenkleid stamme. Tatsächlich trug die Sängerin eine Kreation des Perlenateliers Evamaria Dressler aus Waldkraiburg. Auch Showgrößen wie Heidi Brühl, die Kessler-Zwillinge, die Popgruppe Boney M., das ZDF-Fernsehballett und die Münchner Staatsoper gehörten zum prominenten Kundenkreis. Seit den 70er Jahren sorgte Evamaria Dressler mit ihren Perlenkleidern für glänzende Auftritte, sei es im Fernsehen, auf der Theaterbühne oder bei privaten Festen.
Evamaria Dressler stammt aus Georgental bei Gablonz. Durch die Vertreibung verschlug es sie, wie viele andere Gablonzer auch, nach Waldkraiburg. Die Erfolgsgeschichte ihres Perlenateliers begann 1970 mit dem Auftrag, Perlenkostüme für das ZDF-Fernsehballett anzufertigen. Frau Dresslers Perlenkleider bestehen ausschließlich aus gefädelten Perlen. Zwischen 26.000 und 40.000 Stück wurden für ein Kostüm verarbeitet, alles in zeitraubender Handarbeit. Eine besondere Fädeltechnik gibt den glitzernden Kleidern Stabilität und lässt sie zugleich leicht und filigran wirken.
Das Isergebirgs-Museum Neugablonz präsentiert vom 19. März bis 26. Juni eine Auswahl der schönsten Kreationen aus dem Perlenatelier Dressler.

 

Krippen aus Bayern und Böhmen
27. November 2004 bis 2. Februar 2005
Geöffnet Dienstag bis Freitag von 14-17 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage  von 14-18 Uhr
Geschlossen am 24., 25. und 31.12.2004 und am 1.1.2005

Anbetender König.
Papierkrippenfigur von 
Jakob Ginzel (1792-1862)

 

Rund 35 Krippen aus der alten und der neuen Heimat der Gablonzer präsentiert das Isergebirgs-Museum vom 27. November 2004 bis zum 2. Februar 2005. Über drei Jahrhunderte spannt sich der Bogen der weihnachtlichen Kunstwerke. Zu den ältesten und originellsten Exponaten gehört eine Papierkrippe aus dem Kloster Sankt Mang in Füssen, entstanden um 1770. Das 19. Jahrhundert ist durch handgemalte Papierkrippen aus dem Isergebirge vertreten. Hier ragen zwei Künstlerpersönlichkeiten heraus: der Kratzauer Joseph Ritter von Führich (1800-1876) und der Reichenberger Jakob Ginzel (1792-1862).

 

Er läuft und läuft und läuft ...
Unser Museums-Käfer wird 50

Geschichte und Geschichten zum VW Käfer
20. August bis 17. Oktober 2004

Unter diesem Titel zeigt das Isergebirgs-Museum Neugablonz eine Sonderausstellung über das populärste und erfolgreichste Auto der Welt. Anlass ist der 50. Geburtstag des VW Käfer, der im Museum zu bewundern ist. Ferdinand Porsche, sein berühmter Konstrukteur, stammte aus Maffersdorf im Isergebirge.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte des Käfer vom Volkswagen Adolf Hitlers über das Symbol des deutschen Wirtschaftswunders bis hin zum Kultobjekt von heute. Ausstellungsobjekte wie ein Käfer-Oldtimer und ein New Beetle, das Modell des einmillionsten Käfers mit Strassbesatz, ein Fahrgestell aus den 50er Jahren und viele Käfer-Modelle werden die Herzen von Käfer-Fans höher schlagen lassen.

Dressler - Köhler - Förster
Kunst aus der Sammlung der Otto-Pohl-Galerie
26. Mai bis 1. August 2004


Roman Dressler, Blick auf Gablonz, 1958


Otto Förster, Kosmisch, 1989
Die Ausstellung präsentiert drei Künstler aus dem Isergebirge: Roman Dressler (1889-1963), Karl Köhler (1914-1991) und Otto Förster (1904-1998). Gemeinsam ist allen dreien ihre Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Gablonz. Ihre weiteren persönlichen und künstlerischen Wege verliefen jedoch sehr unterschiedlich. Roman Dressler lebte und arbeitete bis 1963 im Isergebirge, d. h. unter einem kommunistischen Regime. Karl Köhler kam nach der Vertreibung ins Allgäu, das zu seinem zentralen Bildmotiv wurde. Seine Bilder gelangten durch eine Schenkung seiner Frau Marianne in die Sammlung der Otto-Pohl-Galerie. Otto Förster wandte sich 1957 der abstrakten Kunst des Informel zu. Er stiftete der Galerie 1994 einen großen Teil seiner Arbeiten.

 

In neuem Licht. Der Kaufbeurer Maler Paul Kauzmann
(1874-1951)

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes mit dem kunsthaus kaufbeuren und dem städtischen Kulturamt zeigt das Isergebirgs-Museum Gemälde des Kaufbeurer Malers Paul Kauzmann. Er lebte und malte lange Jahre in Oberbeuren und fand im Alpenvorland das Lebensthema seiner Malerei – das Licht. Alle seine Schattierungen der Tages- und Jahreszeiten hielt er in kräftigen Farben eindrucksvoll fest. Die Ausstellung zeigt rund 50 Gemälde, die zum größten Teil aus Privatbesitz stammen und noch kaum öffentlich gezeigt wurden. Zur Ausstellung erschien eine Monographie mit Werkverzeichnis, Aufsätzen und zahlreichen farbigen Abbildungen (Preis 12 €).
28. November 2003 bis 22. Februar 2004
geöffnet täglich außer Montag von 10-17 Uhr
geschlossen am 24., 25. und 31.12.2003 sowie am 1.1.2004

Gemalte Sehnsucht
Die Isergebirgs-Landschaft im Spiegel der Erinnerung
Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen
1. Juni bis 31. Oktober 2003