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Das Isergebirgs-Museum geht aus zwei musealen Sammlungen hervor, die
bis 1999 im Gablonzer Haus zu besichtigen waren: die Sammlung des
Gablonzer Archiv und Museum e. V. und das Neugablonzer Industrie-
und Schmuckmuseum.
Um das Jahr 1952 begann Studienrat Rudolf Tamm Dokumente aus
der alten Heimat zusammenzutragen: Fotos und Schriftstücke,
Gebrauchsgegenstände und Kunstwerke. Ein Unterstützungsaufruf in der
Isergebirgs-Rundschau von Oktober 1955 ließ die Sammlung schnell
anwachsen, so dass Tamms Wohnung bald zu eng wurde. 1957 stellte die
Stadt Kaufbeuren drei Räume in der Gustav-Leutelt-Schule in Neugablonz
als Ausstellungsräume zur Verfügung. Im selben Jahr fand sich ein
Arbeitskreis zusammen, aus dem am 13. Mai 1961 der Gablonzer Archiv-
und Museum-Verein hervorging. Den Vorsitz übernahm
Altbürgermeister Oswald Wondrak (1961-1985), die Leitung der
Sammlungen Rudolf Tamm (1961-1967). Sein Nachfolger war Karl Zenkner
(1967-1971 und 1974-1980), der sich vor allem um die Systematisierung
des umfangreichen Bücher- und Archivalienbestands verdient machte.
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Die Sammlungen des Gablonzer Archiv und Museum
e. V.: Bürgermeister Wondrak und der bayerische Innenminister
Gerold Tandler 1981 |
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Auch die musealen Bestände vermehrten sich laufend. 1965 musste die
Gablonzer Galerie, eine Sammlung von Kunstwerken aus dem Isergebirge, in
eigene Räume ausgelagert werden. 1968 zog die Galerie unter ihrem neuen
Leiter Otto Pohl erneut um, diesmal in das Haus der Industrie.
Der Traum vom eigenen Museumsgebäude ging erst im Juni 1976
mit der Eröffnung des Gablonzer Hauses in Erfüllung,
dessen Bau durch großzügige Spenden und die Unterstützung der Stadt
Kaufbeuren möglich wurde. Im Untergeschoss konnten die Bestände des
Gablonzer Archiv- und Museum-Vereins auf rund 500 m2 übersichtlich
und ansprechend präsentiert werden. Im Erdgeschoss fand die Gablonzer
Galerie großzügige Ausstellungsflächen.
Gleichzeitig wurde im Untergeschoss der Grundstock für ein weiteres
Museum gelegt, das Neugablonzer Industrie- und Schmuckmuseum. Die
Initiative ging 1974, als das Bauvorhaben "Gablonzer Haus"
begann, vom Gablonzer Glas-, Metall- und Schmuckwaren-Verein aus.
Vorstandsmitglied Horst Schöler und Ingenieur Reinhold
Stracke trugen in kurzer Zeit Werkzeuge und Maschinen der Gablonzer
Industrie sowie Schmuckstücke aus der Zeit nach 1946 zusammen. Der am
28.7.1976 gegründete Verein zur Förderung des Gablonzer
Industriemuseums regte an, auch die Vertreibung der Sudetendeutschen
und den Aufbau von Neugablonz darzustellen. Diese Aufgabe übernahm Susanne
Rössler, der 1982 die gesamte Museumsleitung übertragen wurde.
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Das Neugablonzer Industrie- und Schmuckmuseum |
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Im Rahmen der sudetendeutschen Museumskonzeption, die von der
Sudetendeutschen Landsmannschaft in Zusammenarbeit mit dem Schirmland
Bayern und der Bundesregierung schrittweise verwirklicht wird, wurden die beiden Sammlungen im Gablonzer Haus zum Isergebirgs-Museum
vereinigt und um weitere Bestände – u. a. aus Reichenberg und Kratzau
– erweitert. Im Jahr 1999 wurden die beiden Museen
geschlossen und die Bestände unter Aufsicht der Sammlungsleiter Heinz
Kleinert und Gertrud Hofmann in Depots eingelagert. Am 1.
Juni 2003 wurde das Isergebirgs-Museum Neugablonz eröffnet. Träger des neuen Museums ist die Stiftung
Isergebirgs-Museum, die im Jahr 2000 von fünf Vereinen und Verbänden
gegründet wurde: dem Gablonzer Archiv und Museum e.V., dem Neugablonzer Industrie- und Schmuckmuseum e.V.,
dem Gablonzer Heimatkreis e.V., dem Gablonzer Industrie e.V. und dem Heimatkreis Reichenberg e.V.
Der Stiftungsrat besteht aus Dr. Martin Posselt (1. Vorsitzender),
Gertrud Hofmann (2. Vorsitzende), Klaus Hoffmann, Dr. Thomas Jahn,
Willi Lang, Thomas Nölle, Peter Seibt und Gerald Zasche. |